Hoffnungsschimmer für Zürich-West
Wer sich für ein lebenswertes Quartier einsetzt, braucht einen langen Atem – und eine gesunde Portion Optimismus. Bei diesen drei Themen gibt es derzeit Grund zur Hoffnung.
Mehr Bäume
Der Rekordsommer 2026 hat eindrücklich gezeigt, wie wichtig Bäume für das Stadtklima sind. Umso erfreulicher ist das neue Strassenbaumkonzept, das der Stadtrat im September verabschiedet hat. Bis 2050 sollen Baumkronen doppelt so viel Strassenraum beschatten wie heute. Ausdrücklich nennt die Stadt das Industriequartier als eines der besonders hitzebelasteten Gebiete, in denen mehr Schatten entstehen soll. Wie das konkret aussehen kann, zeigt die Neue Hard: Die Stadt will die Strasse von vier auf zwei Fahrspuren reduzieren und dort sowie an der Geroldstrasse 74 neue Bäume pflanzen. Das Vorprojekt soll bis Ende 2026 vorliegen, gebaut wird frühestens ab 2030.
Mehr Wohnungen
Der Wohnanteil in Zürich-West liegt bei nur 12 Prozent. Das ist deutlich zu wenig für ein lebendiges Quartier. Grosses Potenzial für zusätzlichen Wohnraum besteht auf dem städtischen Josef-Areal. Ursprünglich waren dort aber neben Hallenbad, Werkhof und Gesundheitszentrum nur 135 Alterswohnungen geplant. In einer Vertiefungsstudie hat die Stadt nun geprüft, ob mehr Wohnraum realisiert werden kann. Wir haben in der Resonanzgruppe mitgewirkt. Das Resultat: 140 bis 170 zusätzliche gemeinnützige Wohnungen. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber mehr wäre möglich. Das Problem: Die Bestellungen anderer Departemente – ein grosser Werkhof an bester Lage und ein besonders teures Hallenbad im Obergeschoss – standen nie zur Disposition. Voraussichtlich Ende 2026 entscheidet der Stadtrat über die neuen Entwicklungsgrundsätze. Damit hat er nochmals die Chance, diese Vorgaben zu überdenken und auf dem Areal deutlich mehr Wohnraum für weniger Geld zu schaffen. Wie das ginge, zeigt das Hochparterre-Themenheft «Josef will wohnen».
Mehr Leben
Die Hardstrasse unter der Hardbrücke ist heute eine abweisende Betonwüste, dominiert von Durchgangsverkehr und Parkplätzen. Dabei hätte gerade dieser Ort das Zeug zum Herzstück des Quartiers. Hier setzt die Motion Hardstrasse an. Sie verlangt vom Stadtrat einen strategischen Plan für den öffentlichen Raum zwischen Escher-Wyss-Platz und Bahnhof Hardbrücke, erarbeitet gemeinsam mit der Bevölkerung und den Grundeigentümern. Der Gemeinderat hat die Motion im Januar 2025 deutlich überwiesen. Der Stadtrat hat nun bis Anfang 2027 Zeit, eine Vorlage zu präsentieren. Unsere Vision: ein gedeckter Platz von rund 700 Metern Länge mit Märkten, Gastronomie, Gewerbe und Raum für Begegnung.
Dass sich zivilgesellschaftliches Engagement lohnt, hat der Erhalt der Maag-Halle gezeigt. Wir bleiben dran. Sie auch? Abonnieren Sie unseren Newsletter.
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