So geht’s weiter beim Josef-Areal

Mitte April fand der dritte und letzte Workshop mit der Resonanzgruppe zur Vertiefungsstudie Josef-Areal statt. Die Stadt präsentierte 15 Entwicklungsgrundsätze, die aus drei Szenarien abgeleitet wurden und als Grundlage für das künftige Entwicklungskonzept dienen sollen. Wir waren dabei und haben uns eingebracht. Nun hat die Stadt ihre Vertiefungsstudie abgeschlossen.

Stand heute liegt Folgendes auf dem Tisch: Das Josef-Areal soll ein Hallenbad, einen Werkhof, ein Gesundheitszentrum sowie rund 170 Wohnungen erhalten. Die 15 Entwicklungsgrundsätze sind szenarioübergreifend formuliert: Infrastruktur und Wohnen werden baulich getrennt, der Infrastrukturbau übernimmt den Lärmschutz entlang der Hardbrücke, Gebäude halten eine Maximalhöhe von 60 Metern ein, und die Josefstrasse soll vom Durchgangsverkehr befreit und als linearer Freiraum aufgewertet werden.

Tatsächlich gehen einige Grundsätze in die richtige Richtung. Differenzierte Grünräume, publikumsorientierte Erdgeschosse und aneignungsfähige Freiräume sind Qualitäten, die das Quartier braucht.

Mut zu mehr Wohnungen

Wir haben zusammen mit anderen Stimmen aus der Resonanzgruppe mehrere Punkte klar moniert. Das Dringendste: 170 Wohnungen auf einem Areal dieser Grösse und Lage sind zu wenig. Wir haben fachlich klar nachgewiesen, dass 300 bis 500 Wohnungen möglich wären. Damit das gelingt, braucht es mehr Mut beim Mengengerüst oder Wohnen auf dem Infrastrukturbau. Beides wurde von der Stadt mit technischen Argumenten abgelehnt, die wir als nicht stichhaltig erachten.

Muss das Josef-Areal wirklich für alle Bestellungen der Verwaltung herhalten?

Auch die Frage nach den sogenannten «Bestellungen» der Ämter bleibt offen. Müssen Hallenbad, Werkhof und Gesundheitszentrum wirklich unbedingt in dieser Grösse auf dem Josef-Areal stehen? Gegen ein weiteres Hallenbad ist grundsätzlich nichts einzuwenden, die bestehenden sind mehr als gut ausgelastet. Aber das angedachte Volumen geht weit über das Notwendige hinaus. Hier werden von den Bestellern unnötige Zusatznutzungen kreiert, verbunden mit hohen Kosten und zulasten des Wohnanteils. Dasselbe gilt für den Werkhof: Er sollte auf ein absolutes Minimum reduziert werden. In Zürich-West gibt es noch einige Lagen, die weder für Wohnen noch für Arbeiten geeignet sind, als Werkhof aber durchaus funktionieren würden. Mit einer konsequenten Verkleinerung des Infrastrukturbaus liesse sich das freiwerdende Volumen für Wohnzwecke nutzen. Dazu wurde Anfang Mai auch eine Schriftliche Anfrage im Parlament eingereicht (GR Nr. 2026/207).

Josefstrasse: Ruhige Quartierstrasse oder Lastwagengasse?

Wir begrüssen, dass sie vom Durchgangsverkehr befreit werden soll, und regen darüber hinaus an, dass sie als durchgehend begrünte Langsamverkehrsachse bis zum Turbinenplatz entwickelt wird. Die Erschliessung des Werkhofs mit Schwerlastwagen verträgt sich schlecht mit diesem Bild. Das ist ein Widerspruch, den man nicht einfach beiseite legen kann.

So geht es weiter

Die Stadt hat die Vertiefungsstudie inzwischen offiziell abgeschlossen und die Medienmitteilung publiziert. Darin spricht sie von bis zu 305 gemeinnützigen Wohnungen. Das klingt nach einem Fortschritt, doch der Eindruck täuscht: 135 davon sind Alterswohnungen der Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, die schon länger Teil der Planung sind. Hinzu kommen 140 bis 170 zusätzliche Wohnungen für die allgemeine Bevölkerung. Das liegt immer noch weit unter dem, was auf diesem Areal möglich wäre. Die neuen Entwicklungsgrundsätze sollen bis Ende 2026 dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt werden, danach folgen Machbarkeitsstudie, Architekturwettbewerbe und ein Gestaltungsplanverfahren. Die offenen Fragen Punkte sind damit nicht vom Tisch und wir befürchten, dass das heute vorliegende Konzept erneut auf Widerstand stossen wird. Wir bleiben dran.

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