Was fehlt in Zürich-West, Sven Sobernheim?

Am 8. März wählt die Stadt Zürich ein neues Parlament und eine neue Regierung. Im zweiten Teil unserer Blogserie stellen wir 3 Fragen an Sven Sobernheim, bisheriger Gemeinderat der Grünliberalen Partei.

Was fehlt in Zürich-West? Und wovon hat es zu viel?

In Zürich-West fehlt, ganz einfach gesprochen, Leben. Wenn nicht gerade Dienstag bis Donnerstag und während der Mittagspause ist, dann ist Zürich-West unbelebt. Man fühlt sich teilweise schon fast einsam, wenn man mit dem E-Bike oder Velo an einem regnerischen Tag entlang der Hardstrasse fährt, da fühlt man sich teilweise fast einsam. Besonders eindrücklich wird es, wenn das hell und voll beleuchtete Tram den dunklen Raum unter der Hardbrücke erhellt. Dann ist man sich wirklich unsicher, ob man nicht doch um morgens 3 Uhr unterwegs ist.

Der Wohnanteil in Zürich-West liegt heute bei gerade mal 12 Prozent. Ist das ein Problem? Wie liesse sich der Wohnanteil erhöhen?

Eine Stadt der kurzen Wege lebt davon, dass alles Alltägliche zu Fuss und alles Restliche mit dem Velo oder – in der Stadt Zürich aufgrund der Topografie – mit dem E-Bike erreichbar ist. Dies schaffen wir nur, wenn wir den Wohnanteil deutlich erhöhen. Das Dichtepotenzial in Zürich-West wäre gross genug, sodass auch das publikumsorientierte Gewerbe entsprechend funktionieren würde. Dies auch ohne Autobahn, Parkhäuser etc.

Was sind aus Ihrer Sicht die grössten Hürden für eine positive Entwicklung des Quartiers?

Der Regierungsrat hat mit der BZO Hoffmann einen grossen Schaden angerichtet. Mit den Sonderbauvorschriften «Maag-Areal Plus» und den weiteren Gestaltungsplänen (Escher Wyss-Gebiet, Steinfels-Areal etc.) hat man versucht zu retten, was zu retten ist. Auch aufgrund der Planbeständigkeit darf eine Grundordnung, welche einmal erschaffen wurde, nicht allzu schnell wieder geändert werden. Beim Maag-Areal ist aber unterdessen genügend Zeit verstrichen und nicht alle Sünden wurden realisiert. Dies gibt uns die Möglichkeit, die Ideen neu zu denken und neu zu diskutieren. Ich bin überzeugt, dass hier viel Potenzial vorhanden wäre, welche mit den aktuellen Sonderbauvorschriften nicht ermöglicht werden kann.