Brigitte Fürer: «Bäume, Bäume, Bäume»

Am 8. März wählt die Stadt Zürich ein neues Parlament und eine neue Regierung. Im ersten Teil unserer Blogserie stellen wir 5 Fragen an Brigitte Fürer, bisherige Gemeinderätin der Grünen.

Der Wohnanteil in Zürich-West liegt heute bei gerade mal 12 Prozent. Ist das ein Problem? Wie liesse sich der Wohnanteil erhöhen?

Ja, eine lebendige Stadt der kurzen Wege braucht nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Wohnungen. Deshalb muss ein Mindestanteil in der Bau- und Zonenordnung festgelegt werden, auch in den Zentrumszonen.

Der Klimawandel ist eine Realität. Wie stellen wir sicher, dass das Quartier unter veränderten klimatischen Bedingungen eine anständige Lebensqualität bietet?

Bäume, Bäume, Bäume, die gross werden können. Die Hardbrücke soll überall mit Kletterpflanzen begrünt werden. Ein Wasservorhang kann an Hitzetagen eine kühle, schattige Insel schaffen. Der Asphalt muss aufgebrochen werden zugunsten von hellen Kies- und Ruderalflächen, die Wasser speichern können.

Sie wollen (wieder) in den Gemeinderat gewählt werden. Wie wollen Sie sich dort konkret für ein lebenswertes Zürich-West einsetzen?

Mehr bezahlbare Wohnungen, mehr begrünte Freiräume, die an Hitzetagen Linderung verschaffen und eine gerechtere Verteilung des öffentlichen Raums zugunsten der Fussgänger:innen und den Velofahrenden.

Welchem Aspekt der städtebaulichen Entwicklung wird gemeinhin zu wenig Beachtung geschenkt?

Dass die Dichte an Grenzen stösst, wenn weiterhin auf den MIV (motorisierter Individualverkehr) gesetzt wird und zu wenig Freiräume zur Verfügung stehen.

Wird ein Quartier für Bewohnende attraktiver, steigen oft auch die Mieten. Gibt es einen Weg aus diesem Aufwertungs-Dilemma?

Mietpreisdeckel, Bodenrente, bei Aufzonungen einen hohen Anteil preisgünstige Wohnungen einfordern (49b-Wohnungen gem. Planungs- und Baugesetz), aktive Bodenpolitik, so Grundstückskäufe durch die Stadt.